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Öffnungszeiten & Eintritt

Mittwoch bis Sonntag 14:00 - 18:00

Weihnachtsferien:

23.12.2019-01.01.2020

Jugendliche (bis 18 Jahre): 2 €

Erwachsene: 3 €

Kontakt

Düsseldorfer Straße 269 

45481 Mülheim an der Ruhr

Telefon: 0208-302 10 70

E-mail:    info@leder-und-gerbermuseum.de

Unsere Entstehungsgeschichte

Mülheim an der Ruhr hat seit dem 14.September 2003 eine neues Kleinod: das Leder- und Gerbermuseum an der Düsseldorferstr. 269 in der ehemaligen Lederfabrik Abel, in der sich auch das Hotel Lederfabrik und eine Reihe gewerblicher Betriebe befinden.

Seit der Eröffnung ist das Museum ein Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Region geworden und auch die Medien haben für dieses einmalige kleine Industriemuseum immer mit Berichten oder Sendungen in Funk und Fernsehen geworben, so dass der Besucherstrom nicht nachlässt.

Es kann also von einer Erfolgsgeschichte berichtet werden, an der neben dem Förderverein Ledermuseum viele beteiligt waren, die aus einer Vision das Konzept eines Ledermuseums entwickelt haben. Geholfen hat bei der Realisierung des Museums vor allem die Tatsache, dass die Lederfabrikation eng mit der Geschichte der Stadt Mülheim an der Ruhr verbunden ist und die Museumsidee aus ehren-amtlichen Engagement heraus entstanden ist, was von Anfang an über alle politischen Grenzen hinweg die Zustimmung und Unterstützung für das Projekt eingebracht hat. Das Leder- und Gerbermuseum ist somit nicht nur ein „Museum von Bürgern für Bürger“, es ist auch ein Glücksfall für die Stadt, da dieses Projekt zeigt, dass auch in Zeiten leerer Kassen der Kommunen engagierte Bürger gemeinsam mit Verwaltung und Politik außergewöhnliche Vor-haben realisieren können, wenn alle für das gesetzte Ziel eintreten.

So hatte der 1988 von Werner Bungert gegründete Förder- und Trägerverein das Ziel, die Idee eines Ledermuseums zu verfolgen und Maschinen aus ehemaligen Fabriken dafür zu sammeln. Doch im Laufe der Zeit zeigte sich, dass ein großer Museumskomplex, der die Lederverarbeitung an Hand von Maschinen demonstrieren könnte, nicht zu realisieren wäre. Als der Kulturbetrieb vor fünf Jahren erste Überlegungen für eine Ausstellung im Schloß Broich in Mülheim vorlegte, die Exponate zeigen sollte, die von Mülheimer Bürgern und aus dem Nachlass ehemaliger Lederfabriken stammte, nahm die Idee eines Ledermuseums wieder konkrete Gestalt an. Der Erfolg dieser ersten Ausstellung „Mülheim- Stadt des Leders“ im Jahr 2000 ermutigte auch, schon bestehende Kontakte zur NRW-Stiftung und zum Land-schaftsverband Rheinland wieder aufzunehmen, die dieses Vorhaben ebenfalls unterstützten und nach einem vorgelegten Gutachten auch Fördermöglichkeiten in Aussicht stellten.

Nachdem der Landschafts-verband eine Machbarkeits-studie erstellt hatte und Räum-lichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik Abel von Firmenchef Peter Wolf zur Vermietung angeboten wurden, waren die Voraussetzungen geschaffen, dass die Vision eines Leder- und Gerber-museums Gestalt annehmen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war auch klar, dass das Museum als eigenständige Stiftung geführt werden sollte. Das Stiftungskapital von einer Million Euro wurde von Privatpersonen, aus der Mülheimer Wirtschaft und vom Landschaftsverband Rheinland gestellt. Das Leder- und Gerbermuseum, das keine kommunale finanzielle Unter-stützung erfährt, muss sich aus den jährlichen Stiftungserträgen und eignen Einnahmen selbst tragen.

In einem beschränkten Architektenwettbewerb siegte das Konzept der jungen Museumsarchitektin Stefanie Dowidat, die ein interaktives Museum mit Ausstellungs-stücken vorgestellt hatte, die zum Fühlen, Riechen und Anfassen verleiten sollten. Ihr Entwurf begeisterte nicht nur das Entscheidungsgremium, sondern war auch die Grundlage für die weitere Entwicklung des Museums, die in einem kleinen Gestaltungs-gremium in vielen Sitzungen immer mehr bis zur Realisierungsphase verfeinert wurde. Es stellte sich als Glücksfall heraus, dass hier der Essener Grafiker Thomas Karl Schütte hier gewonnen werden konnte, um das „Corporate identity“ des Museums grafisch umzusetzen und eine ein-heitliche Gestaltung und Beschriftung zu gewährleisten. Es wurde schnell klar, dass nur wenige Materialien, die mit der Lederverarbeitung verbunden werden können, auch im Gebäude verwendet werden sollten. Eiche, als Gerbstoff für die Lederverarbeitung und Stahl, als Industriewerkstoff, sollten neben markanten Ledern in Naturfarben wie es in der Autoindustrie zum Einsatz kommt, vorherrschen.

Ein großer Kraftakt war die Aufteilung der nur etwa 300 qm großen Ausstellungsfläche, die sich im Erdgeschoss der ehemaligen Fabrik Abel befindet und die zudem auch noch eine geringe Deckenhöhe aufwies. Innenarchitektin Dowidat löste diese Probleme geschickt durch große gebogene Vitrinensegmente, die den Raum optisch vergrößerten und aufteilten und schaffte einzelne abgetrennte Bereiche, die eine intimere Atmosphäre schafften.

Dies wird besonders deutlich bei den „Hörstationen“, wo der Besucher mittels Telefonhörer die Geschichten von Arbeitern in der Lederindustrie aus den Jahren um 1900 bis heute verfolgen kann und so die Lebens- und Arbeitsbe-dingungen der jeweiligen Zeit kennen lernen kann. Hand in Hand arbeite Stefanie Dowidat dabei mit Monika Bock, die die Geschichte der Lederindustrie erforscht hatte und die Exponate über Jahre hinweg akribisch gesammelt und dokumentiert hatte. Sie hatte zuvor die Ausstellung „Mülheim- Stadt des Leders“ im Auftrag des Kulturbetriebes vorbereitet und konnte ihre Kontakte zu den Lederfabriken und privaten Sammlern nutzen, um viele Ausstellungsstücke für das Museum zu erwerben.