In Mülheim eröffnet ein neues Museum.
Das Ruhrgebiet war nie nur Kohle und Stahl. Wald und Wasser, das sind die Markenzeichen Mülheims. Aus Baumrinde und Wasser entstand ein besonderer Saft: Gerbstoff. Als „Stadt des Leders“ genoss Mülheim einst Weltruf. Davon zeugt ein neues Museum.
Es ist eine mehr als 350-jährige
Erfolgsgeschichte, die unter die Haut geht.
Und wer weiß denn schon, dass Leder für Kaiser
und den Kreml mitten aus dem Ruhrgebiet kam?
In den vergangenen Jahrhunderten thronte die
Kaiserin von Äthiopien auf bequemen Möbeln aus
Mülheimer Qualitätsleder. Der Schah von
Persien orderte das weiche Material und die
Beamten des Kremls saßen auf gut gepolsterten
Stühlen. In Russland fand sich ein riesiger
Absatzmarkt für Lackleder. Und schon die
preußische Armee marschierte in Stiefeln, die
mit Ruhrwasser gegerbt waren.
Schauen, anfassen, riechen und lernen – hautnah wird diese wichtige Industrie-Geschichte über Mülheim hinaus im Leder- und Gerbermuseum an der Düsseldorfer Straße spürbar. Werkzeuge, Häute, Leder, Filme und wechselnde Ausstellungen zeigen auch, dass Kühe nicht zwangsläufig lila sind.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, WAZ
Fotos © Walter Schernstein
gefördert von:
Leder- und Gerbermuseum Mülheim an der Ruhr
45481 Mülheim an der Ruhr