Blickt man zurück auf Reihls künstlerische Anfänge mit Leder, so hat das Leder als Werkstoff der ersten menschlichen handwerklichen Betätigungen sein besonderes Interesse gefunden. Der Schutz-Charakter als Häute für Zelte, das Abdeckende und Bekleidende, ebenso wie die Möglichkeit, auf Leder Zeichen zu setzen, es so wie eine Vorform des Papiers zu nutzen, das hat FRiedebert Reihl in seiner Arbeit inspiriert und angeregt.
Im Laufe der Jahre wurde die Arbeit mit dem Leder, das er zunächst genäht, gebunden, geknüpft und geknotet hat, stärker in Richtung einer eigenständigen, sich verselbstständigen Form entwickelt hat.
Die jüngste Installation, die Friedebert Reihl mit Leder geschaffen hat, bedingt sich vor allen Dingen durch die Verwendung ungespaltenen Materials, das eine Härte und Festigkeit besitzt, die die Haut in einem völlig anderen Kontext erscheinen lässt. Hier wird aus dem Hautleder ein festes, skulpturales Material, das sich hier in der Installation des Bootes und der dazugehörigen, stelenartigen Lederelemente in einer Festigkeit und einer Skulpturalität darstellt, wie es für Leder ungewohnt ist.
(Auszug) Gabriele Uelsberg, Kunsthistorikerin