Heute zeigt das Leder- und Gerbermuseum alle wichtigen Themen in der Welt des Leders: von den Arbeitsbedingungen der ersten Fabrikarbeiter bis hin zu den Familiengeschichten der Fabrikanten; über erste Werkzeuge bis zu den heutigen industriellen Produktionsweisen.
Die Besucher können auch viel über die Bedeutung des Wassers der Ruhr und den Einsatz von Gerbstoffen für die Lederproduktion erfahren und zudem Einsicht in Patente und Erfindungen rund um die Verarbeitung der Häute gewinnen. Leder ist ein lebendiger Werkstoff, ihn fühlen, riechen, anschauen oder sogar tragen zu können, gehört zu diesem Naturprodukt, das seit Anbeginn der Menschheit eine wichtige Rolle im Leben aller Kulturen gespielt hat und bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat.
Die Macher des Museums haben sich so bemüht, alle Zuschauer auch an diesen Erfahrungen teilnehmen zu lassen und so werden die Besucher in diesem Museum- und das gibt es auch nur hier- sogar aufgefordert, Leder zu fühlen, zu riechen oder sogar mitzunehmen.
Dass Leder auch ein „geschütztes Gut“ ist, können die Besucher in der Abteilung Artenschutz lernen; und so mithelfen, dass seltene Tiere ihre Haut nicht mehr für Gürtel. Schuhe oder Mäntel hergeben müssen.
Auch lassen sich die Häute den entsprechenden Tieren zuordnen, die sich auch durch charakteristische Geräusche per Knopfdruck zu erkennen geben. Gerade für junge Menschen wird hiermit das Museum zum spannenden Lernort und hat sich zu einer Attraktion für Gruppen, besonders für Schulklassen, entwickelt. Etwa 15 bis 20 Führungen werden jeden Monat nach Anmeldung durchgeführt, die auf besonders Interesse stoßen und oft schnell ausgebucht sind.
Als großen Vorteil hat sich auch erwiesen, dass das Museum in einem denkmalgeschützten Gebäude gemeinsam mit dem Hotel zur Lederfabrik als Station auf der Route der Industriekultur ein großartige Belebung erfährt, indem „alte“ und „neue“ Kultur auf besondere Weise verbunden werden.
Seit Ende 2003 führt nun die Diplomingenieurin für Architektur, Frau Melanie Rimpel, das Museum, unterstützt wird sie von Frau Anni Hoge, die an fünf Tagen in der Woche das Museum betreut und die vielen Aufgaben rund um das Haus erledigt.
Ziel ist es, das Museum immer weiter zu entwickeln und attraktive Ausstellungen und Angebote zu entwickeln, um als lebendiger Ort der Stadtgeschichte in Mülheim an der Ruhr bestehen zu können.