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Die Lederindustrie nach Kriegsende

Die Jahrhunderte alte Lederindustrie in Mülheim an der Ruhr konnte ihren Absatz während des 1. und 2. Weltkrieges auch mit Produkten für das Militär steigern.

Die Lederfabriken in Mülheim lieferten so Häute für Fahrzeuge (zum Beispiel Lastwagenabdeckungen), aber auch für Ledermäntel, Stiefel oder Helme. In der Industrie wurde das Leder vor allem im Bereich des Bergbaus und in der Möbel- und Bekleidungsindustrie eingesetzt.

Nach Kriegsende konnte die Produktion schnell wieder aufgenommen werden. Betriebe erreichten mit ihrer „Friedensartikel-Produktion“ bald wieder einen Stand, der die Anlieferung von jährlich 10 Millionen Kilogramm Häuten und Fellen notwendig machte, von denen mindestens die Hälfte importiert wurde.

Die Kapazitätsausnutzung bei Mülheimer Leder blieb aber auch nach der Währungsreform ungewöhnlich schlecht. Die Rohstoffzufuhren waren schwierig, da die Preise auf den deutschen Häuteauktionen anzogen. Die Situation wurde 1949 durch Produktionsumstellung besser, aber die Nachfrage bleib auch in den folgenden Jahren labil. Die Zahl der Firmen schrumpfte und die verbleibenden Betreibe versuchten, durch Rationalisierungsmaßnahmen den Konkurrenzkampf überstehen zu können.

Konkurrenz kam von der einen Seite durch die Verdrängung von Lederwaren durch Kunststoffe und auf der anderen Seite durch die billigere Produktionsmöglichkeiten im Ausland.

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